Das Mädchen von Kismegyer

"Unter den vielen Thaten des Edelmuthes, des Heroismus, patriotischer Aufopferung und ruhmvoller Tapferkeit, welche die Periode dieses Weltkampfes aufweist, wollen wir eine erzählen, ungeschmückt, wie sie zum Ruhme der allgetreuen Steiermark in den Annalen des Vaterlandes steht, - getreu und wahr, wie sie das Bewußtsein einiger noch Lebender, und der Angehörigen jener aufbewahrt hat, welche die Katastrophe für Kaiser und Vaterland mit ihrem Herzblute besiegelten." So beginnt eine Erzählung im Mailänder Militärkalender von 1848 und berichtet die Geschichte des Mädchens Erszebeth Hatvan und ihrem Geliebten Stephan Vukosits, Unteroffizier im 1. Husaren-Regiment.

Erstmals wurde ich auf diese Geschichte aufmerksam, als ich eine Zeile von Major Hummel, dem Kommandanten des Meiereihofes von Kismegyer, las, in der er sich bei dem Mädchen bedankte, sich aber an ihren Namen nicht mehr erinnern konnte. Nach mehrmonatigen Recherchen konnte die Ungewißheit gelöst werden und doch einige Schilderungen über das Mädchen in Tagebüchern von Soldaten der Grazer Landwehr gefunden werden. Leider gibt es noch einige Unklarheiten über ihre Herkunft, da in späteren Jahren sich die Bevölkerung von Kismegyer und Umgebung erneuerte. Diese Geschichte findet einen glücklichen Abschluß. "Zwei Jahre später zog ein junges Ehepaar in den noch theilweise von der feindlichen Invasion zerstörten Meierhof, Stephan und Ertsy, das Mädchen von Kis-Megyer."

Über diese Love-Story wird mehr in der ausführlichen Arbeit über "Die Napoleonische Epoche in Ungarn" zu lesen sein. Vorabübersetzungen sind in England, Frankreich, Italien und Ungarn publiziert worden.